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Neues Internat für Auszubildende des ÜAZ Glauchau eröffnet

Modernes Jugendwohnen trifft historischen Indutriecharme


Auf dem Gelände des ÜAZ Glauchau ist Anfang Oktober ein neues Internatsgebäude mit 67 Betten seiner Nutzung übergeben worden. Am 3. Oktober konnten erstmals Bauazubis die neuen Zimmer beziehen.

Das Internat war seit 2019 als zweigeschossiger Neubau entstanden. Neben den 33 Doppelzimmern und einem behindertengerechten Einzelzimmer verfügt es über modern ausgestattete Freizeiträume wie einen Fernsehraum, einen Spielgeräteraum mit Tischkicker, Darts, Billard und Airhockey sowie einen Kraftsportraum. Damit entspricht das Gebäude mit seinen Möglichkeiten den aktuellen Standards für Jugendwohnen.

Das ÜAZ Glauchau und damit auch das neue Internat befinden sich auf dem Gelände einer alten Ziegelei. Zu dieser gehörte auch ein ovaler Hoffmanscher Ringofen, in dem seit Ende des 19. Jahrhunderts über viele Jahre Ziegel für den vor allem regionalen Bedarf im Mauerwerksbau gebrannt worden waren. Der 150 Jahre alte Ringofen wurde zum Teil erhalten, saniert und wird ab 2022 als Clubraum mit seinem besonderen Industriecharme für die Auszubildenden nutzbar sein. Damit bleibt Regional- und  Handwerksgeschichte im Ausbildungszentrum erlebbar. Auch die beeindruckende Klinkerfassade des Internates greift die Historie des Areals auf und liefert dem fachlich versierten Betrachter zahlreiche Mauerwerksverbände. Die Anschauungsmöglichkeit wird in der überbetrieblichen Ausbildung genutzt, um Feinheiten und Geheimnisse des Maurerhandwerks vor Augen zu führen und erfahrbar zu machen.

Auf dem ÜAZ-Gelände ist zudem ein neuer Sportplatz für verschiedene Ballsportarten wie Fußball, Basketball und Volleyball entstanden. Zusätzlich wurden zwei wetterfeste Tischtennisplatten aufgestellt.

Als Teil des energetischen Konzepts dienen 16 Erdwärmebohrungen als wesentliche Wärmequelle für Beheizung und Warmwassererzeugung.

Die Baukosten inklusive Ausstattung belaufen sich auf circa 5,6 Millionen Euro. Mit etwa 3,2 Millionen Euro fördert der Bund das Vorhaben über das Bundesinstitut für Berufsbildung. Mit rund 800.000 Euro beteiligt sich der Freistaat Sachsen. Der nicht unerhebliche Restbetrag von knapp 1,6 Millionen Euro sind Eigenmittel des Bau Bildung Sachsen e. V.

Der aktuelle Bedarf an Internatsplätzen ist hoch und übersteigt derzeit die Kapazität des neuen Internats. Mehr als 130 Auszubildende des ersten Lehrjahres haben einen Wohnheimplatz im ÜAZ Glauchau beantragt. Ein großer Teil der angehenden Baugeräteführer reist aus ganz Sachsen an und auch Lehrlinge aus dem Vogtland und Erzgebirge nehmen weite Fahrwege zum ÜAZ in Kauf. Deshalb wird auch das ältere Internatsgebäude vorübergehend weiter betrieben. So können Unterbringung und Verpflegung der Azubis in den eigenen Strukturen des Bau Bildung Sachsen e. V. mit der entsprechenden Freizeitgestaltung und Betreuung Minderjähriger organisiert werden.